Aufstehen vom Boden

Bei 6 von 100 Stürzen kommt es zu einer Fraktur. Bei 94 Stürzen von 100 gibt es Gott sei Dank keinen Knochenbruch, aber viele Menschen kommen nicht mehr vom Boden hoch und warten oft Stunden bis Hilfe kommt. Wir zeigen Ihnen, mit welcher Technik Sie wieder auf die Beine kommen.

Falls es zu keinen schlimmen Verletzungen nach einem Sturz gekommen ist und Beweglichkeit und Kraft es zulassen, gibt es unterschiedliche Techniken, um sich auf dem Boden fortzubewegen, bis man einen Gegenstand erreicht hat, an dem man sich hochziehen kann. Idealerweise ist dies ein stabiler Stuhl oder Tisch. Auch eine Heizung kann behilflich sein beim Hochziehen.

Kategorie: Sturzprophylaxe

Schlagworte: Sturzprophylaxe, Fortbewegung am Boden, Hausnotruf

Beim Aufstehen vom Boden handelt es sich um anspruchsvolle und komplexe Bewegungsabläufe, die wir in 3 Abschnitte unterteilt haben. 1. Vom Liegen zum Sitzen. 2. Krabbeln, Rollen, Robben und 3. Aufstehen.


1. Vom Liegen zum Sitzen

Nach einem Sturz liegt man zumeist auf dem Rücken, oder aber auch auf dem Bauch. Ganz gleich, zunächst muss es gelingen in den Sitz zu kommen. Wir gehen von einer Rückenlage aus: Winkeln Sie beide Knie an. Strecken Sie den rechten Arm und legen Sie ihn hinter den Kopf. Greifen Sie mit der linken Hand über die Brust auf die andere Seite und drehen Sie den ganzen Körper dabei mit. Sie liegen jetzt auf der Seite und können sich mit beiden Händen vom Boden abstoßen und dabei den Oberkörper aufrichten. Strecken Sie hierfür die Beine wieder aus und richten den Oberkörper möglichst vollständig auf. Sie sitzen jetzt auf dem Boden.


2. Krabbeln, Rollen oder Robben

Es ist fast unmöglich als älterer Mensch vom Boden aufzustehen, ohne sich dabei an einem Möbel abzustützen und hochzuziehen. Dafür muss man erst einmal in die Nähe eines Möbels gelangen. Grundsätzlich ist dies auf 3 Arten möglich.

Krabbeln: Der Vierfüßlergang ermöglicht die komfortabelste und schnellste Fortbewegungsmöglichkeit. Dafür ist es notwendig, vom Sitzen zunächst in den Vierfüßlerstand zu gelangen. Aus einer sitzenden Position heraus winkeln Sie beide Knie an und stützen sich mit beiden Händen hinter dem Körper ab. Schwenken Sie jetzt beide Knie nach rechts und nehmen den rechten Arm und den ganzen Oberkörper mit. Beide Handflächen berühren jetzt auf der rechten Seite des Körpers den Boden. Drehen Sie das Becken weiter herum und nach oben – Sie gelangen so automatisch in den Vierfüßlerstand. Jetzt können Sie auf allen Vieren gehen.

Rollen: Nehmen Sie zum Rollen den rechten Arm über den Kopf nach hinten und nehmen Sie mit dem linken Arm Schwung, um den gesamten Körper nachzudrehen. Stützen Sie sich jetzt mit der rechten Hand vom Boden ab und wiederholen diese Bewegungsabläufe so lange bis Sie am Ziel sind. Vorsicht, nicht zu viel Schwung holen und nicht anstoßen!

Robben: Zielen Sie im Sitzen mit den Füßen in die Richtung, in die Sie sich bewegen möchten. Heben Sie hierzu das Gesäß etwas hoch, indem Sie sich mit beiden Händen hinter dem Oberkörper vom Boden abstoßen. Um nach vorwärts zu gelangen, die gleiche Bewegung ausführen, und dabei die Beine anwinkeln und den Oberkörper nachziehen.


3. Aufstehen

Nochmal: Sie müssen erst in den Vierfüßlerstand gelangen (s.o.), bevor Sie sich an einem Stuhl oder ähnlichem hochziehen können! Es ist viel, viel schwieriger dies vom Sitzen aus durchzuführen.

Stützen Sie sich mit beiden Händen auf der Sitzfläche eines Stuhls ab. Stellen Sie beide Knie parallel nahe an den Stuhl heran. Stellen Sie Ihr starkes Bein zuerst an. Jetzt hochziehen und das andere Bein dabei auch aufstellen. Sie stehen wieder!

Hausnotruf: Die Hausnotrufgeräte sind eine sehr gute Anschaffung für ältere Menschen, die unsicher sind beim Gehen, vielleicht schon einmal gestürzt sind, alleine leben und oftmals auch Angst vor Stürzen haben. Sie stellen die sicherste Methode dar, dass nach einem Sturz jemand in kurzer Zeit zu Hilfe kommt. Viel sicherer, als beispielsweise ein Handy, bei dem der Akku leer sein kann, oder bei dem ich die Tasten nicht mehr bedienen kann. Hausnotrufsysteme werden von den Wohlfahrtsverbänden (Malteser, DRK, ASB, u.a.) vertrieben und sie kosten Geld (zwischen 35-50 €/Monat). Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Anbieter.